Gemütlicher Jahresabschluss 2009
in der Kumedi in Riegel. – Rückblick von Jochen Knoll

Die drei »Aktöre» in der KUMEDI in Riegel | Bilder Jochen Knoll
Als Dank und Anerkennung wurde die gesamte Belegschaft zu einem gemütlichen Jahresabschluss gebeten. Auch die Mitglieder der F.u.s.S.-Truppe wurden eingeladen, denn irgendwie gehören sie da ja auch mit dazu.
Zeit und Ort wurden mitgeteilt aber über das „was“ und „wie“ wurde still geschwiegen.
Wie gehabt trafen sich diejenigen ohne Fahrgelegenheit wieder vor der Tafel und zügig ging es mit der Verteilung teils freiwillig und teils bestimmt zur Sache.
Eugen Uli und ich, wir fuhren mit Eugen`s Auto und laut schriftlicher, persönlicher Einladung sollte der „Kopf-Bahnhof“ von Riegel und dort das da vorhandene Gasthaus unser erster Anlaufpunkt sein.
Jetzt muss man zwei Dinge wissen. Erstens, Eugen ist wohl einer der bedeutendsten lebenden Modellbauer in dieser Region und zweitens, es gibt in Riegel zwei Bahnhöfe. Einer davon ist ein sog. Kopfbahnhof. Soll heißen, der Zug fährt ein, es geschieh dort dann das, was da so normalerweise geschieht, wenn ein Zug in einen Bahnhof einfährt und dann….dann fährt dieser Zug, in diesem Fall tunlichst der „Rebenbummler“, in gleicher Richtung wie er eingefahren ist, auch wieder hinaus. Verstanden? „Kopfbahnhof“
Der Andere, der eigentliche Hauptbahnhof von Riegel liegt ganz wo anders. Wir, Uli und ich haben uns natürlich auf das Wissen unseres Fahrers verlassen und uns über verhältnismäßig eigenartige Anfahr-Strecken, hinten rum, unten durch u.s.w. keinerlei Kopf gemacht. Wir sind ja dann auch am Kopfbahnhof von Riegel angekommen, nur…. Wir, sonst leider keiner und das Gasthaus sah recht alt aus und war zudem noch geschlossen. Super gell.
Ich habe aber immer das Handy dabei. Jetzt habe ich es mal wirklich gebraucht.
Erst Ulrich angerufen. Kein Kontakt. Dann Peter angerufen. Suppi. Ja, wo seid denn Ihr? Ich stehe hier direkt vor dem „Kopfbahnhof“ .Wie sich später herausstellen sollte allerdings mit dem Zusatz „Kumedi“. Den passenden Zusammenhang versuchte mir später der Inhaber dieses Theaters mittels einer seiner Meinung nach typischen Handbewegung zu erklären. Er langte sich mit einer allseits bekannten Bewegung seines rechten Zeigefingers an seine linke Stirnhälfte und mit innigem Blickkontakt wiederholte er „KOPF-BAHNHOF“ Also bitte, ist doch klar, oder?
Der Abend hat ja gut begonnen. Drinnen wurden wir dann von etlichen Männlein und Weiblein, alle mehr oder wenig
fein zurechtgemacht begrüßt und vom Peter persönlich mit der Eintrittskarte beglückt.
Die Garderobe, eigentlich der direkte Weg zu den vorgeschriebenen, öffentlichen Toiletten, erwies sich bald als viel zu kleines Provisorium .
Letzteres wurde dann auch unserem Uli zum persönlichen Verhängnis, denn er fand, trotz intensiver Suche und tatkräftiger Hilfe seine ehemals dort abgehängte Oberbekleidung „NICHT“ wieder.
Wir, Eugen und ich, froh nun da zu sein, im Besitz einer gültigen Passage und des Mantels ledig, machten uns auf Begrüßungstour. Dabei stellte ich fest, dass erstens ein reichhaltiges kaltes Buffet vorbereitet war, und dass es erfreulicher Weise neben dem üblichen Kelchglas für den Sekt auch Bier vom Fass dargeboten wurde. Kleiner Wermutstropfen, Getränke waren „nicht“ inklusive und das Glas frisch gezapfter Gerstensaft einer ehemalig dort ansässigen Brauerei kostete 2,50 Euro. Ganz schön happig und ausgesprochen durstlindernd.
Nachdem wir pünktlich um 19.00 Uhr geladen waren, ließen wir es uns bis ca. 19.45 Uhr bei eben diesen Bier und wirklich hervorragend guten und vielseitigen Häppchen in vertrauter Runde so richtig gut gehen. Keiner hat so richtig mitbekommen, dass die fleißigen, sehr gut aussehenden Mädels der Bedienung flugs alles Essbare wieder weggeräumt hatten und auch nicht, dass da so plötzlich andere, fremdere Personen, noch ernster wie wir und noch festlicher gekleidet wie wir, eingetroffen waren.
Zumindest haben wir bis dahin erfahren, dass es wieder eine Auflage des „Bestsellers“ „Christstollen für Fortgeschrittene“ geben würde.
Nicht gemerkt haben wir leider auch, dass sie irgendwann die Türe zum Vorführraum geöffnet haben und sog. „Wissende“ dort unbehelligt einmarschiert sind, um nicht nur ihren zuvor georderten Sekt zu genießen, sondern auch die spärlichen und deshalb begehrten Plätze unten und in Bühnennähe in Beschlag zu nehmen.
Schmerzlich wurde uns bewusst, dass mit Nichten vorgesehen war, die Belegschaft der Emmendinger Tafel zusammen sitzen zu lassen.
Uns, die wir in Treu und Glauben da hingegangen sind, blieb die schmale, unscheinbare Empore, und höchst unzuläßliche, nur mit grauen Laken dekorierte, steinharte Gartenstühle.


Zumindest mich, als älteren, bandscheibengeschädigten Gast, hat das ganz gewaltig abgetörnt. Schon bald konnte ich mich nicht mehr voll und ganz dem „Genuss“ des Zuhörens hingeben, obwohl das unbedingt von Nöten war, denn alle drei Aktöre bevorzugten die gebückte Haltung, um bei verständlicher Weise gedämpftem Licht auch noch ihre Texte lesen zu können.
Da sind dann mittlerweile schon einige Faktoren aufgetreten, die man getrost als negativ einstufen konnte. Ergebnis. Als die drei Herren irgendwann eine Pause verordneten, sind wir ohne Aufsehen und Gott sei Dank unter Mitnahme unserer Mäntel vorzeitig wieder nach Hause gefahren.
Natürlich waren viele anderen Tags voll des Lobes und wir die Kulturbanausen, aber glaubt es mir ruhig, lieber ein Banause ohne Kreuzweh allein Kulturbeflissener, der hinterher Schmerztabletten einwerfen muss.
Abschließend bleibt zu sagen. Es war ein toller Einfall die Belegschaft zu bedenken und eine gute Gelegenheit, bei hervorragenden „Häppchen“ munter miteinander zu plaudern.
Mangels nicht so guter Sitzposition war dann auch das fotografieren im abgedunkelten Saal nicht wirklich möglich. Daher gibt es mehr Bilder von draußen als von innen.
Gut war`s eine Weg und schön, dass die F.u.s.S.-Truppe dabei sein durfte in deren Namen ich mich jetzt zum Schluss bei den Verantwortlichen ganz herzlich bedanken möchte.
Vielen Dank und tschüß bis bald mal wieder, Ihr Jochen Knoll







